FAQ

Häufig gestellte Fragen über das Testfeld

Idee

Die efeuCampus Bruchsal GmbH beabsichtigt, im Rahmen des durch das Land Baden-Württemberg geförderten RegioWin-Forschungsprojekts „Innovationszentrum für autonome urbane Güterlogistik“ auf dem Areal der ehemaligen Dragonerkaserne („efeuQuartier“) das Leuchtturmprojekt efeuCampus (eco-friendly experimental urban logistics campus) zu etablieren. Dieses Leuchtturmprojekt soll für den Wirtschaftsstandort Bruchsal ein dauerhafter Impulsgeber für die Entwicklung von Lösungen für Güterlogistik auf der letzten Meile und autonomer Fahrzeugtechnik werden.

Im efeuQuartier soll mittelfristig ein Wohnquartier der Zukunft als „bewohnbares Labor“ ent-stehen, in dem Technologien für energieeffizientes Bauen und Wohnen im Zeichen der Energiewende erprobt und präsentiert werden.

In diesem europaweit einmaligen Referenzquartier sollen Güter aller Art mit neuartigen Fahrzeugen emissionsfrei, generationengerecht und fahrerlos bewegt werden. Durch die nachhaltige Reduzierung des motorisierten Lieferverkehrs auf der sog. letzten Meile sollen Energieverbrauch und CO2-Emission reduziert sowie die Lebensqualität im Quartier entscheidend verbessert werden.

Ziele

Die Zielsetzungen des Gesamtprojektes im Überblick

Erhöhung der Lebensqualität

  • Attraktives Wohngebiet durch Assistenzsysteme, welche die Bewohner bei alltäglichen Transportaufgaben unterstützen
  • Emissionsfreies und weitestgehend LKW- und PKW-freies Quartier
  • Ermittlung von Nutzerpräferenzen und Entwicklung von flexibel anpassbaren Nutzerschnittstellen
  • Verbesserung der Versorgung und der Mobilität von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung (Ambient Assisted Living)

Etablierung eines innovativen und nachhaltigen F&E-Standortes

  • Aufbau und Evaluierung der Gütertransportkette für die „letzte Meile“
  • Erprobung und Entwicklung neuer Technologien im Bereich der urbanen Gütermobilität im Realumfeld
  • Cluster für ein weltweit einzigartiges Referenzquartier und für neuartige, auf andere Standorte übertragbare Lösungen
  • Wissenstransfer aus dem „Internet 4.0“ auf das Lebens- und Arbeitsumfeld des Menschen

Beitrag zur Energiewende

  • Reduzierung von Treibhausgasemissionen
  • Nutzung regenerativer und vor Ort erzeugter Energie
  • Reduzierung von Lieferverkehren
  • Energiemanagement zur nachhaltigen Versorgung der Zustellfahrzeuge
    (Demand Side Management Quantifizierung)
  • Transparenz für den Nutzer über die CO2-Intensität von Transportprozessen

Leuchtturmprojekt Warum?

Das efeuCampus Projekt gibt Antworten auf die Zukunft und eröffnet neue Sichtweisen auf bisher bestehende und etablierte Prozesse unter Berücksichtigung neuster Technologien, die im Rahmen des Projektes als Vorreiterrolle neu erforscht, neu entwickelt und auf dem Gelände getestet werden.

Die Technoilogie-Region-Karlsruhe (TRK) übernimmt durch das efeuCampus-Projekt bei den Themen autonomes Fahren, Smart City und künstliche Intelligenz auch eine Vorreiterrolle. Die der TRK entsteht auf Grundlage des efeu-Projektes eine der europaweit führenden Innovationszentren für autnome urbane Gütermobilität. Das efeu-Projekt fungiert als Prototyp, der an anderen Orten in Deutschland und international Anwendung findet.

Die Verteilung von Gütern hat auf der letzten Meile der Auslieferung die Aufgabe, die Güter zu-verlässig zum Endabnehmer zu bringen. Diese Aufgabe wandelt sich derzeit aufgrund neuer An-forderungen (Internethandel, same day delivery, e-commerce fresh food, usw.), woraus eine weitere Zunahme von Lieferverkehren resultieren wird. Hinzu kommt, dass die direkte Über-gabe vom KEP1-Lieferanten an den Endabnehmer immer schwieriger wird.2 Der anwachsende Lieferverkehr wird in den Innenstädten wegen der mehrfach notwendigen Auslieferungsversu-che in einem selbstverstärkenden Prozess immer unzuverlässiger.

1 Kurier-, Express- und Paketdienste.

2 Durch den Internethandel und die stetig wachsende Zahl von Single-Haushalten werden die Lieferaufträge stetig kleiner und zahlreicher.

Was der Haus-Briefkasten seit langem für die ungleichzeitige Anlieferung von Briefen leistet, ist für Paketsendungen auf der letzten Meile noch nicht abschließend entwickelt. Daher ist eine Lösung zu entwickeln, die eine zuverlässige, effiziente und ressourcenschonende Zustellung ohne gleichzeitige Anwesenheit von Lieferant und Abnehmer an der Übergabestelle ermöglicht.

Dies gilt umgekehrt für Abholungen von Paketen, die von Absendern mit Sitz im efeuQuartier erfolgen sollen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch die Abholung und Übergabe von Haus-haltsmüll, der im efeuQuartier entsteht, realisiert werden. 6

Um die wachsenden Anforderungen bei der Auslieferung von Paketsendungen in Stadtquartie-ren zu bewältigen, wird mit dem Projekt efeuCampus in einem realen Stadtquartier in Bruchsal der Versuch unternommen, mit einem bemannten Mikrodepot und einer vollautomatisierten Auslieferung und Abholung die Verkehre im efeuQuartier in Zukunft weitgehend zu bündeln und emissionsfrei zu realisieren.

Wie hilft efeuCampus im Kampf gegen Verkehrskollaps und Feinstaub?

Grundsätzlich basiert das EfeuCampus Projekt auf Grundlage aller aktuell im Trend liegenden Technologien. Neben Fahrzeugrobotern, die elektrisch betrieben sind und autonom fahren oder ggf. Drohnen die Pakete an ausstehenden Bezirke ausliefern, oder Internet of Things um die Kommunikation mit den Fahrzeugrobotern zu ermöglichen, oder 3D-Drucker, die vor Ort die Möglichkeit eröffnen Produkte direkt auszudrucken, egal aus welchen Materialien, für das efeuCampus Projekt steht immer im Mittelpunkt das Aufkommen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren in den Innenstädten zu reduzieren, den Verkehrsfluss effizient zu optimieren, dem Verkehrskollaps entgegenzuwirken und damit die Feinstaubbelastung erheblich zu reduzieren.

Die elektrisch betriebenen Fahrzeugroboter des efeuCampus Projektes zu Paketauslieferung verursachen von der elektrischen Antriebstechnik her keinen Feinstaub. Die Fahrzeugroboter sind langsam fahrende Fahrzeuge, damit wir des weiteren der Gummiabrieb der Reifen unbeachtlich. Feinstaub entsteht hierbei nur in sehr geringem Masse und ist zur heutigen Feinstauberzeugung von Verbrennungsmotoren und dem Reifenabrieb unbeachtlich. Die elektrisch betrieben Fahrzeugroboter haben kein klassisches Bremssystem sondern werden durch die elektrischen Motorbremsen gestoppt. Damit entsteht kein Feinstaub, der z.B. bei der Nutzung von klassischen Bremssystemen bei Verbrennungsfahrzeugen durch den Abrieb beim Bremsvorgang zwangsläufig entsteht.

Die Ver- und Entsorgung erfolgt über ein zentrales Lager, einem Hub. Dieser Hub ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt des efeuCampus Projektes. Die Paketdienste liefern z.B. dort ihre Pakete ab. Über die elektrisch betriebenen Fahrzeugroboter erfolgt dann die Verteilung in die einzelnen Stadtbezirke. Damit werden die noch immer mit Verbrennungsmotoren betrieben Fahrzeuge zu Versorgung aus den Innenstädten herausgehalten. Die Feinstaubbelastung wird damit zwangsläufig reduziert und dem Verkehrskollaps in den Innenstädten entgegen gewirkt.

Auch der Trend von 3D Druckzentren kann im Mikrokosmos des efeuCampus Projektes ein wichtiger Aspekt sein, wenn Produkt nicht mehr durch Paketdienste zugestellt sondern direkt über 3D Drucker vor Ort z.B. im Hub des efeuCampus ausgedruckt werden können und dann eine direkte Verteilung der eben gedruckten Waren über die Fahrzeugroboter in die Innenstädte erfolgt. Damit würde auch die Anlieferung an den Hub erheblich zurück gehen. Ein weiterer Schritt in der Konzeption des efeuCampus Projektes, der die Effizienz der Zu- bzw. Auslieferung erhöht und damit zwangsläufig zur Reduzierung des Logistikverkehrs und damit auch erheblich zur Reduzierung des Feinstaubaufkommens beiträgt.

Ein weiterer Aspekt, den wir bisher noch nicht genannt haben ist der Ansatz der Digitalisierung im efeuCampus Projekt, eben auch ein Trend der aufgegriffen wird, um mehr Effizienz in der Ver- und Entsorgung zu erreichen. Nachweislich müssen aktuell die Paketdienst ihre Kunden bis zu 3 mal anfahren, um das Paket schlussendlich dem Empfänger „übergeben“ zu können. Im Szenario des efeuCampus Projektes wird per App mit dem Empfänger entweder zuvor eine Zustellzeit für das Roboterfahrzeug ausgemacht oder der Kunde kann selbst bestimmen, wann er wo in der Lage ist das Paket zu empfangen, d.h. es könnte auch durchaus möglich sein, dass er via App beispielsweise seinen Arbeitsplatz zu Entgegennahme des Paketes per App auswählt und die Auslieferung direkt an den Empfänger erfolgt, wo immer er sich aufhält

Wer sind die Betreiber des efeuCampus?

Die Stadt Bruchsal ist Träger verschiedenster Infrastruktureinrichtungen in Ihrem Gemeindegebiet, die sie entweder in eigener Regie, in Eigenbetrieben oder Tochtergesellschaften betreibt. Für das efeuCampus Projekt wurde als Träger die efeuCampus Bruchsal GmbH als kommunaler Tochterbetrieb gegründet, welche den Aufbau der Innovationsstruktur im Rahmen einer Ausschreibung an einen geeigneten Bieter vergeben wird. Der Betrieb wird ebenfalls in Trägerschaft der efeuCampus Bruchsal GmbH ausgeschrieben und an einen geeigneten Betreiber verpachtet. Die efeuCampus Bruchsal GmbH wird durch einen Aufsichtsrat bestehend aus Mitgliedern des örtlichen Stadtrats kontrolliert und beaufsichtigt.

Der Aufsichtsratsvorsitz

Frau Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Aufsichtsratsvorsitzende
Facharzt für Allgemeinmedizin Herr Dr. Wolfram von Müller, Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender.

Aufsichtsräte:

Frau Anja Krug, Gymnasiallehrerin
Frau Claudia Manke, Bankkauffrau
Herr Jens Skibbe, Rechtsanwalt
Herr Jürgen Schmitt, Steuerberater
Herr Prof. Dr. Jürgen Wacker, Chefarzt

Wie wird das Projekt finanziert?

Das Projekt wird durch Zuwendungen im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Innovation und Energiewende sowie dem Land Baden-Württemberg gefördert. Daneben wird ein industrieller Projektpartner, der im Rahmen des aktuellen laufenden Ausschreibungsverfahren den Zuschlag erhält, über eine Innovationspartnerschaft finanzielle Mittel bereitstellen.

Wo liegt der efeuCampus?

Ort des Projektes ist in Bruchsal auf einer militärischen Konversionsfläche, der Dragoner Kaserne inmitten der Stadt Bruchsal. Die ehemalige Kaserne wird heute bereits als Campus bezeichnet, weil sich dort bereits die Innovations- und Foirschungsabteilung der SEW Eurodrive und die Hochschule Karlsruhe mit einer Außenstelle, dem Institut für Energieeffiziente Mobilität befindet. Die Dragonerkaserne ist als Geländeterrasse ca. 60.000 qm groß und in die Hanglage des Oberrheintals modelliert. Sie bietet heute bereits öffentlich genutzten Raum, diesen aber in für das Projekt vorteilhaft umgrenzter Lage, die nur über eine Fahrstraße erreichbar ist. Der Campus umfaßt unterschiedliche Immoblilien- und Nutzungsarten und stellt das Abbild eines Microkosmos eines Stadtgebietes da, der sich für die Entwicklung und Erprobung urbaner Logistik, im Rahmen des efeu Projektes hervorragend eignet.

Was zeichnet das efeuCampus Projekt aus?

Am Eingang des Areals wird ein zentraler Verteilpunkt, bezeichnet auch als Hub eingerichtet. Alle maßgerechten Transportgüter, wie z.B. Paktete, Briefe, Einkäufe oder Müll werden mit einem noch zu entwickeldem neuartigen und innovativem Transportsystem, autonom fahrenden Fahrzeugrobotern vom Verteilpunkt aus an die Haustüre geliefert bzw. können auch dort von den Empfängern abgeholt werden.

Im Wesentlichen geht es bei dem efeuCampus Projekt darum den zukünftigen Prozeß der Ver- und Entsorgung von Gütern in Innenstädten zu entwickeln, aufzubauen und funktionsfähig zu betreiben, um für andere Städte diesen Prozeß verständlich und anschaubar demonstrativ abzubilden, damit sich Städte aus der ganzen Welt anhand des geschaffenen Microkosmos informieren können, wie die urbane Logistik in Städten im 21. Jahrhundert möglich ist. Damit werden die Voraussetzungen für eine flexible und anpassungsfähige Übertragung von technischen Lösungen und Geschäftsprozessen der Intralogistik auf die urbane Logistik geschaffen. Mit dem Ziel das Verkehrsaufkommen durch Lieferfahrzeuge in den Innenstädten erheblich zu verringern und durch den Einsatz von autonom fahrenden elektrisch betriebenen Fahrzeugrobotern das CO2 Aufkommen in Innenstädten drastisch zu reduzieren.

Neben technischer Lösungen werden neuartige Geschäftsmodelle für Dienste, die den Bewohnern und Nutzern des efeuCampus bereitstehen, konkret ausgestaltet und getestet. Lieferzustellung und Müllentsorgung werden allesamt auf Basis autonomer mobiler Systeme ausgeführt.

Welches Gelände, Straßen und Infrastruktur ist vom efeuCampus Bruchsal betroffen?

Der geplante Microkosmos befindet sich inmitten der Stadt Bruchsal und umfasst ausschließlich das ehemalige Kasernengeländer der Dragoner Kaserne mit insgesamt ca. 60.000 qm

Wer kontrolliert das Projekt?

Das Projekt und die Geschäftsführung der efeuCampus Bruchsal GmbH wird durch den Aufsichtsrat der efeuCampus Bruchsal GmbH, als 100% Tochterbetrieb der Stadt Bruchsal und durch die Aufsichtsratsvorsitzende, der Bruchsaler Oberbürgermeisterin Frau Petzold-Schick kontrolliert und beaufsichtigt. Daneben kontrolliert der Bruchsaler Stadtrat als verantwortliches Kontrollorgan der Stadt Bruchsal wiederrum den Aufsichtsrat und die Arbeit der efeuCampus Bruchsal GmbH.

Wann startet das Vorhaben und wie lange geht es?

Nach Abschluss der öffentlichen Ausschreibung Anfang des jahres 2019 wird mit dem offiziellen Startschuss des Projekts mit dem Aufbau des Testfelds, dem Hub und der Entwicklung der Technologie begonnen. Nach etwa 1 Jahr Entwicklungszeit für die Technologie werden die ersten Fahrzeugtest zu Anfang 2020 beginnen. Parallel dazu wird die technologische Infrastruktur vorbereitet und der Hub, als Verteilzentrum gebaut und die städteplanungstechnischen Überlegungen umgesetzt. Ab 2021 soll der komplette Testbetrieb aufgenommen werden.